ILEK-Themenjahr 2020

Eckpunkte

Das Jahr 2020 steht unter dem Motto "Biodiversität".
Biodiverstät bzw. biologische Vielfalt ist wichtig für eine ausgewogene und funktionierende Umwelt und umfasst drei Bereiche: die Vielfalt von Lebensgemeinschaften (Ökosysteme), die Artenvielfalt und die genetische Vielfalt innerhalb von Arten. Aktuell ist jedoch ein dramatisches Artensterben und somit ein Rückgang der biologischen Vielfalt auf unserem Planeten zu beobachten. In den letzten 30 Jahren ist beispielsweise die Menge der Insekten um 50 bis 80 Prozent und mehr zurückgegangen - mit deutlichen Folgen auch für uns Menschen.

Im ILEK-Themenjahr "Biodiversität" sind verschiedene Aktivitäten geplant, um einen Beitrag zur Steigerung der biologischen Vielfalt in unserer Region zu leisten. Sie sind herzlich eingeladen, den Prozess mit Ihrer Kenntnis zu unterstützen.

(G)artenwettbewerb - Artenerfassung durch Rolf Witt

Bei strahlendem Sonnenschein streifte Rolf Witt, regionaler Wildbienenexperte aus Oldenburg, durch den Naturnahen Garten von Marlies Stöve aus Berge, um die dort lebenden Arten zu bestimmen. Die fachliche Artenerfassung war der Hauptpreis im Rahmen des (G)artenwettbewerbs der ILEK-Region, in dessen Rahmen der Garten in Berge die Jury begeisterte.

"Dieser Garten ist wirklich schon sehr naturnah gestaltet. Ich bin gespannt, welche Wildbienenarten ich hier entdecken kann", freute sich Rolf Witt nachdem er sich einen ersten Überblick über den fast 3000 m² großen Garten verschafft hat.

Mit Kescher, Lupe und Untersuchungsgläschen ausgestattet, wurden dann verschiedene Bienen gefangen und die entsprechende Art bestimmt. Das ist, wie alle Beteiligten schnell merkten, gar nicht so leicht- besonders bei den vielen kleinen Wildbienenarten. Löcherbienen, Blattschneidebienen und Grapwespen und viele weitere Arten konnten entdeckt werden.

Rolf Witt nahm sich Zeit und erklärte viel und gab Marlies Stöve und ihrer Familie viele nützliche Tipps, wie der Garten noch Insektenfreundlicher gestaltet werden kann. "Wir haben viel gelernt und konnten noch einige Ideen austauschen", zieht Marlies Stöve positiv Bilanz.

Im Nachgang zur Artenerfassung setzt sich Rolf Witt jetzt nochmal an seinen Schreibtisch und erstellt eine ausführliche Liste der gefundenen Wildbienenarten im Marlies Stöves Garten. Wir sind gespannt auf das Ergebnis und berichten dann wieder.

 

(G)artenwettbewerb - Siegergärten stehen fest!

Die ILEK-Region suchte im Rahmen des (G)artenwettbwerbs nach Gärten, die einen besonderen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten. Ein naturnaher Garten eröffnet heimischen Tieren und Pflanzen einen vielfältigen Lebensraum, hat einen geringen Versiegelungsgrad und bietet Nisthilfen für Insekten und Vögel.

Teilgenommen haben 34 Gartenbesitzer*innen aus den Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen.
Eine fachkundige Jury, bestehend aus Susanne Schulze und Ramona Herfurth von der Biologischen Station Hasenierung, Friedrich Homann vom Blühstreifenmanagement Hastetal und Markus Rolf vom Fachbereich Umwelt des Landkreises Osnabrück, hatten die schwierige Aufgabe aus den vielen guten Beiträgen acht Gärten für die Bereisung auszusuchen. Am Ende wurden sogar neun Gärten zusammen mit dem / der jeweiligen Samtgemeindebürgermeister*in besucht, um sich vor Ort ein genaueres Bild zu machen. Im Anschluss stand wieder eine schwierige Entscheidung an: Die Auswahl der vier Gewinnergärten (ein Siegergarten pro Samtgemeinde) sowie ein Gesamtsieger-Garten.

Gewonnen haben:

  • Familie Zapp aus Nortrup-Sottrup (Samtgemeinde Artland)
  • Anja Reincke aus Bersenbrück (Samtgemeinde Bersenbrück)
  • Marlies Stöve aus Berge (Samtgemeinde Fürstenau)
  • Elisabeth Jans-Westerlage aus Neuenkirchen (Samtgemeinde Neuenkirchen)

Mit dem Gesamtsieg wurde Marlies Stöve mit ihrem naturnahen Paradies im Ortskern von Berge ausgezeichnet.

Alle vier Sieger*innen können sich nun über einen Einkaufsgutschein über 100 Euro für den örtlichen Gartenfachhandel sowie die Teilnahme für je zwei Personen an einem Gartenworkshop im Museumsgarten am Schölerberg in Osnabrück, inkl. der Anreise mit Bus und Bahn, freuen. Im Gesamtsieger-Garten von Frau Stöve wird zusätzlich eine fachkundliche Artenbestimmung der Wildbienen und Co. durch den regionalen Experten Rolf Witt vorgenommen.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH AN ALLE SIEGER*INNEN!

Praxis-Workshop: Naturnahe Gärten und blühende Flächen

Wie kriegen wir es hin, dass private Gärten nicht mehr versiegelt werden? Was können wir auf den kommunalen Freiflächen tun, um artenreiche Lebensräume zu schaffen? Wie kommen wir zu mehr biologischer Vielfalt direkt vor unserer Haustür?

Zum Auftakt des ILEK-Themenjahres veranstaltete die Biologische Station Haseniederung e.V. in Koopereation mit der ILEK-Region am 11.02.2020 einen Praxis-Workshop in der Jugenherberge in Rieste. Unter dem Titel "Schottergärten oder Artenreichtum? Biologische Vielfalt vor unserer Haustür" waren alle GaLaBau-Betriebe, Baustoffmärkte, Bauhöfe und Kommunen eingeladen, Probleme zu benennen und Lösungsansätze zu diskutieren.

> Die Dokumentation des Workshops

> Die Umfrage zum Workshop

> Die Auswertung der Umfrage

> Präsentation - S.Rolf

> Präsentation - H.Huesers

 

 

 

Presseartikel